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Echte Spinner       Bombycidae

Chinesischer Maulbeerseidenspinner    
Bombyx mori

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda) Klasse: Insekten (Insecta) Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera) Familie: Echte Spinner (Bombycidae)

lebenszyklus des maulbeerspinners
  im Reckahner Museum: Lebenszyklus des
  Maulbeerspinners
   28.06.2012
maulbeerspinner auf maulbeerblatt
  im Reckahner Museum
   28.06.2012

Der Chinesische Maulbeerseidenspinner nimmt in seiner kurzen Lebenszeit (5 bis 14 Tage) als Falter keine Nahrung auf, da sein Saugrüssel verkümmert ist - wie bei allen Spinnerfaltern (Bombycoidea). Die schwerfälligen Weibchen werden in der Natur von den Männchen durch Pheromon-Duftstoffe, kilometerweit entfernt, gefunden.
Die Raupe spinnt sich nach viermaliger Häutung innerhalb mehrerer Tage einen Kokon, der aus einem hauchdünnen Faden von ca. 1,6 km Länge besteht. Für 100 Kilogramm Seide ist eine Maulbeerplantage von etwa 8000 m² notwendig. Für ein Kilogramm Rohseide werden 6 bis 8 Kilogramm Kokons gebraucht. Der Seidenfaden ist im Innern aus Fibroin und in der Hülle aus Sericin zusammengesetzt. Zur Ablösung der klebrigen Sericin-Schicht werden die Kokons, am 10. Tag der Verpuppung, in 80 bis 90 °C heißes Wasser gegeben. Aus einem Kokon lassen sich etwa 900 m Seidenfaden nutzen.
Raupenfutterpflanzen: Weißer Maulbeerbaum (Morus alba); Schwarzer Maulbeerbaum (Morus nigra).
Geschichtliches: In China wurde die Zucht von Seidenraupen schon vor 3000 v.u.Z. durchgeführt. Mönche schmuggelten erstmalig 552 n.u.Z. Eier des Seidenspinners in ihren Pilgerstäben nach Byzanz (Istanbul). So verbreiteten sich in Südeuropa bis nach Zürich Seidenmanufakturen. In der Zeit des Barocks war am Hof Friedrichs II. chinesische Seide so stark nachgefragt, dass im Preußischen Land millionenfach Maulbeerbäume angepflanzt wurden. Gottfried Wilhelm Leibnitz setzte sich besonders für die Seidenraupen-Zucht ein. Die philanthropisch geführte Reckahner Musterschule des Gutsherrenpaares von Rochow setzte Reformen im Volksschulwesen durch und bereitete für die Modernisierung der Landwirtschaft im 19. Jahrhundert den Bildungsvorlauf. Auch in Reckahn wurde Seide gewonnen. Durch die Flecksucht wurden um 1860 die Raupenbestände im ganzen Brandenburger Land massenhaft zersört.


"Gründlicher Unterricht vom Seidenbau"

Johann Baptista du Halde

archive.org



Kartenspiel 'Seidenspinner'

von Bernd-Otto Bennedsen vorgestellt

www.lepiforum.de


maulbeerspinner-mit-kokon

Maulbeerspinner mit Kokon

Schloss-Reckahn

Schloss Reckahn bei Brandenburg/ Havel

F. E. von Rochow

Gutsherr F. E. von Rochow (1734 - 1805)

maulbeerbaum

Schwarzer Maulbeerbaum (Morus nigra) mit Früchten